
Für Anleger mit signifikantem Kapital ist die Entscheidung zwischen ETFs und Immobilien zweitrangig. Der wahre Hebel für Ihren Anlageerfolg liegt in der Wahl der richtigen, steueroptimierten Struktur.
- Ein reines Deutschland-Portfolio birgt ein massives Klumpenrisiko, da die heimische Wirtschaft und der Mittelstand oft schlechter performen als der DAX.
- Die steuerliche Belastung bei Umschichtungen (Rebalancing) im Privatvermögen kann Renditen zunichtemachen, während eine vermögensverwaltende GmbH hier massive Vorteile bietet.
- Bargeld auf dem Spar- oder Girokonto zu halten, führt durch die Inflation zu einem garantierten Kaufkraftverlust, der oft unterschätzt wird.
Empfehlung: Prüfen Sie die Gründung einer vermögensverwaltenden GmbH (VV GmbH), um Ihr Vermögen strukturiert, steuereffizient und krisenfest aufzubauen, bevor Sie sich für eine Anlageklasse entscheiden.
Sie haben einen Kapitalstock von über 50.000 € aufgebaut und stehen nun vor der klassischen Frage der Vermögensanlage: Soll ich in den breit gestreuten, liquiden Aktienmarkt via ETFs investieren oder auf den vermeintlich sicheren Hafen „Betongold“, die Immobilie, setzen? Diese Frage beschäftigt unzählige Anleger in Deutschland, und die Standardantworten sind meist bekannt: ETFs bieten Diversifikation und Flexibilität, Immobilien hingegen Inflationsschutz und Steuervorteile durch Abschreibungen.
Doch diese oberflächliche Betrachtung greift für den anspruchsvollen Anleger zu kurz. Sie ignoriert den entscheidenden Faktor, der den langfristigen Erfolg Ihrer Anlagestrategie massgeblich beeinflusst: die rechtliche und steuerliche Struktur, in der Ihr Vermögen gehalten wird. Insbesondere für Unternehmer und Personen mit signifikanten Kapitalzuflüssen ist die Wahl zwischen Privatvermögen und einer professionellen Struktur wie der vermögensverwaltenden GmbH (VV GmbH) weitaus fundamentaler als die Wahl der eigentlichen Anlageklasse.
Die wahre strategische Frage lautet also nicht „ETF oder Immobilie?“, sondern „Wie strukturiere ich mein Vermögen, um beide Anlageklassen optimal und steuereffizient für mich arbeiten zu lassen?“. Dieser Artikel bricht mit der traditionellen Gegenüberstellung und analysiert beide Optionen durch die Brille der strategischen Vermögensstrukturierung. Wir werden aufdecken, warum das „Deutschland-Klumpenrisiko“ eine reale Gefahr darstellt, wie Sie Ihr Portfolio steuereffizient umschichten und wie Sie Ihr Kapital effektiv vor der schleichenden Entwertung durch Inflation schützen.
Um diese komplexe Entscheidung zu strukturieren, führen wir Sie durch die entscheidenden Fragen, die Sie sich als strategischer Anleger stellen müssen. Der folgende Überblick dient als Ihr Leitfaden durch die Kernthemen der modernen Vermögensallokation für den deutschen Mittelstand.
Inhaltsverzeichnis: Strategische Vermögensallokation jenseits der Grundlagen
- Warum schützt Sie ein reines Aktien-Portfolio nicht vor Marktcrashs?
- Wie stellen Sie die ursprüngliche Risikoverteilung wieder her, wenn Aktien steigen?
- Alles auf einmal oder gestückelt: Was minimiert Ihr Timing-Risiko bei 50.000 €?
- Das Deutschland-Klumpenrisiko: Warum sollten Sie nicht nur in DAX-Werte investieren?
- Wie nutzen Sie den Sparerpauschbetrag optimal durch gezielte Verkäufe?
- Wie bauen Sie krisenfeste Rücklagen auf, ohne das Finanzamt zu stark zu belasten?
- Warum machen Sie mit dem Sparbuch Verlust, auch wenn es wieder Zinsen gibt?
- Wie schützen Sie Ihr Erspartes effektiv vor der schleichenden Entwertung?
Warum schützt Sie ein reines Aktien-Portfolio nicht vor Marktcrashs?
Ein reines Aktien-Portfolio, selbst wenn es über einen breit gestreuten ETF wie den MSCI World abgebildet wird, unterliegt systemischen Marktrisiken. Während eines globalen Abschwungs oder einer Finanzkrise neigen fast alle Aktienmärkte dazu, simultan zu fallen – man spricht hier von einer hohen Korrelation. Die Diversifikation über verschiedene Unternehmen und Branchen hinweg schützt in solchen Phasen nur bedingt. Für Anleger in Deutschland kommt eine weitere, oft unterschätzte Gefahr hinzu: das „Deutschland-Klumpenrisiko“. Viele neigen dazu, einen überproportional hohen Anteil ihres Vermögens in deutsche Werte zu investieren, sei es aus Heimatverbundenheit oder gefühlter Sicherheit.
Die Realität zeigt jedoch ein anderes Bild. Die deutsche Wirtschaft ist stark exportabhängig und anfällig für globale Konjunkturschwankungen. Die Performance des deutschen Mittelstands, abgebildet durch den MDax, spiegelt die tatsächliche Lage oft besser wider als der DAX, der von global agierenden Grosskonzernen dominiert wird. Eine Analyse der Börsenentwicklung 2023 offenbarte dies deutlich: Während der DAX von der Stärke seiner internationalen Player profitierte, verlor der MDax 6 %, während der DAX um 19 % zulegte. Wer also stark in den deutschen Mittelstand investiert ist, erleidet ein Doppelrisiko: unternehmerisch durch die Rezession und im Portfolio durch fallende Kurse.
Diese Diskrepanz unterstreicht die Notwendigkeit, nicht nur in Aktien, sondern auch über geografische Grenzen hinweg zu diversifizieren. Analyst Reindl fasst dies in einer Wirtschaftsanalyse für ZDFheute treffend zusammen:
Im Vergleich zum Dax, also den deutschen ‚Schwergewichten‘, ist die Bedeutung Deutschlands als Produktionsstandort und Absatzmarkt für M-Dax-Titel meist grösser.
– Analyst Reindl, ZDFheute Wirtschaftsanalyse
Ein reines Aktien-Portfolio, insbesondere mit Deutschland-Fokus, macht Sie anfällig. Die Beimischung von nicht-korrelierten Anlageklassen wie globalen Immobilien-ETFs kann dieses Risiko signifikant reduzieren und Ihr Vermögen widerstandsfähiger gegen lokale und globale Krisen machen.
Wie stellen Sie die ursprüngliche Risikoverteilung wieder her, wenn Aktien steigen?
Ein zentrales Element der strategischen Vermögensverwaltung ist das sogenannte Rebalancing. Nehmen wir an, Sie starten mit einer Allokation von 70 % Aktien-ETFs und 30 % Immobilien-ETFs. Wenn die Aktienmärkte stark steigen, könnte Ihr Portfolio plötzlich zu 80 % oder mehr aus Aktien bestehen. Ihr Risikoprofil hat sich damit unbemerkt verschoben – Sie sind nun anfälliger für einen Aktiencrash. Um die ursprüngliche 70/30-Verteilung wiederherzustellen, müssen Sie einen Teil der gut gelaufenen Aktien-ETFs verkaufen und in die unterrepräsentierte Immobilienklasse umschichten.
Genau hier liegt eine der grössten Fallen für Privatanleger in Deutschland. Jeder Verkauf von ETF-Anteilen mit Gewinn löst im Privatvermögen die Abgeltungsteuer von rund 26,4 % aus. Dieses regelmässige „Zurückstutzen“ der Gewinnerpositionen führt zu einer stetigen Besteuerung, die Ihre langfristige Rendite erheblich schmälert. Die Rebalancing-Effizienz ist im Privatvermögen extrem gering. Hier entfaltet die vermögensverwaltende GmbH ihre volle Stärke.

Innerhalb einer VV GmbH sind Gewinne aus dem Verkauf von Aktien (und somit auch Aktien-ETFs) zu 95 % steuerfrei. Die effektive Steuerlast liegt bei nur ca. 1,5 %. Das ermöglicht ein quasi steuerfreies Rebalancing. Sie können Ihr Portfolio jederzeit an Ihre strategische Ausrichtung anpassen, ohne einen Grossteil der Gewinne an das Finanzamt abführen zu müssen. Dieser Unterschied in der steuerlichen Behandlung ist kein Detail, sondern ein fundamentaler Game-Changer für den langfristigen Vermögensaufbau.
Die folgende Tabelle verdeutlicht die drastischen Unterschiede der Rebalancing-Strategien zwischen Privatvermögen und einer VV GmbH.
| Strategie | Privatvermögen | VV GmbH | Steuerbelastung |
|---|---|---|---|
| Direktverkauf von ETFs | 26,375% Abgeltungsteuer | ~1,5% effektiv | Hoch vs. Minimal |
| Rebalancing durch Cashflow | Begrenzt möglich | Optimal umsetzbar | Neutral |
| Wertpapierkredit-Nutzung | Zinsen nicht absetzbar | Zinsen voll absetzbar | Nachteil vs. Vorteil |
| Flexibilität | Eingeschränkt | Sehr hoch | – |
Alles auf einmal oder gestückelt: Was minimiert Ihr Timing-Risiko bei 50.000 €?
Die Frage, ob man eine grössere Summe wie 50.000 € auf einmal investieren (Lump-Sum-Investing) oder über einen längeren Zeitraum in Tranchen aufteilen (Cost-Average-Effekt) sollte, ist ein Klassiker der Anlegerdebatte. Statistisch gesehen führt die Einmalanlage langfristig meist zu einer höheren Rendite, da das Geld länger im Markt „arbeiten“ kann. Psychologisch birgt sie jedoch das erhebliche Timing-Risiko: Niemand möchte sein gesamtes Kapital kurz vor einem Markteinbruch investieren.
Gerade bei volatilen Anlageklassen wie Immobilien-ETFs kann das Timing eine erhebliche Rolle spielen. Eine Marktstudie zu Immobilien-ETFs zeigt, dass die Renditen je nach Marktlage und Einstiegszeitpunkt erheblich variierten, in den letzten fünf Jahren zwischen -4,23 % und +7,94 % pro Jahr schwankten. Eine gestückelte Investition kann hier die Nerven schonen und das Risiko eines schlechten Einstiegszeitpunkts glätten, indem man zu unterschiedlichen Kursen kauft.
Für Unternehmer und vermögende Anleger stellt sich die Situation oft anders dar. Analysen von Investitionsmustern im deutschen Mittelstand zeigen, dass bei Einmalerlösen, etwa aus Unternehmensverkäufen, oft die Einmalanlage bevorzugt wird. Hierbei geht es jedoch meist um Summen, die weit über 50.000 € hinausgehen. Dennoch bleibt die Logik dieselbe: Die strategische Entscheidung hängt weniger vom Timing ab als von der Struktur. Innerhalb einer VV GmbH kann eine grosse Summe investiert und das Portfolio anschliessend durch laufende Gewinne oder steuereffiziente Umschichtungen angepasst werden, was das Timing-Risiko relativiert.
Letztendlich gibt es keine pauschal richtige Antwort. Für den risikoscheuen Anleger ist eine gestaffelte Investition über 6 bis 12 Monate oft der bessere Weg, um ruhig schlafen zu können. Für den renditeorientierten Anleger mit einem langen Anlagehorizont und einer robusten steuerlichen Struktur ist die Einmalanlage statistisch überlegen.
Das Deutschland-Klumpenrisiko: Warum sollten Sie nicht nur in DAX-Werte investieren?
Das bereits erwähnte „Deutschland-Klumpenrisiko“ manifestiert sich nicht nur auf geografischer, sondern auch auf sektoraler Ebene. Wer primär in den DAX investiert, wettet implizit auf eine Handvoll Branchen. Eine genauere Betrachtung der Indexzusammensetzung ist ernüchternd: Nach aktuellen Daten zur DAX-Branchengewichtung entfallen fast 33 % des DAX auf den Technologiesektor, wobei allein SAP einen Anteil von über 14 % ausmacht. Andere wichtige globale Sektoren wie Energie oder Konsumgüter sind stark unterrepräsentiert.
Diese Konzentration stellt ein signifikantes Risiko dar. Eine Krise im Technologiesektor oder regulatorische Änderungen, die ein Schwergewicht wie SAP betreffen, hätten überproportional starke Auswirkungen auf ein DAX-fokussiertes Portfolio. Echte Diversifikation bedeutet, nicht nur über verschiedene Unternehmen, sondern auch über eine Vielzahl von Sektoren und geografischen Regionen zu streuen. Ein global ausgerichteter ETF wie der MSCI All Country World Index (ACWI) ist hierfür eine deutlich bessere Basis als der DAX.
Um das Klumpenrisiko aktiv zu managen, müssen Sie über den deutschen Tellerrand blicken. Die gezielte Beimischung von ETFs, die unterrepräsentierte Regionen (z. B. Schwellenländer) oder Sektoren (z. B. globale Gesundheitsversorgung, erneuerbare Energien) abdecken, ist ein Gebot der strategischen Vernunft. Dies gilt ebenso für Immobilienanlagen: Statt nur in den deutschen Wohnungsmarkt zu investieren, bieten global gestreute Immobilien-AGs (REITs) eine breitere Risikoverteilung.
Ihr Aktionsplan zur Reduzierung des Klumpenrisikos
- Kerninvestment definieren: Bauen Sie Ihr Portfolio um einen globalen ETF wie den MSCI ACWI auf, eventuell sogar als „ex-Germany“-Variante, um die Übergewichtung zu vermeiden.
- Satelliten ergänzen: Investieren Sie gezielt kleinere Beträge in Satelliten-ETFs, die im Kerninvestment unterrepräsentierte Sektoren (z.B. Rohstoffe, saubere Energie) oder Regionen (z.B. Asien ex-Japan) abdecken.
- Geografisch diversifizieren: Stellen Sie sicher, dass Ihr Portfolio nicht nur Europa, sondern auch Nordamerika und Asien ausreichend gewichtet. Mischen Sie gezielt Immobilien-REITs aus verschiedenen Wirtschaftsräumen bei.
- Währungen streuen: Investieren Sie in Anlagen, die in anderen Währungen als dem Euro notiert sind (z.B. US-Dollar, Schweizer Franken, Japanischer Yen), um das Währungsrisiko zu diversifizieren.
- Regelmässig prüfen: Überprüfen Sie mindestens einmal jährlich die geografische und sektorale Gewichtung Ihres Portfolios und passen Sie diese durch Rebalancing an Ihre strategischen Ziele an.
Wie nutzen Sie den Sparerpauschbetrag optimal durch gezielte Verkäufe?
Der Sparerpauschbetrag (aktuell 1.000 € für Ledige / 2.000 € für Verheiratete) ist ein Steuerfreibetrag auf Kapitalerträge. Die Theorie besagt, dass man jährlich Gewinne bis zu dieser Höhe realisieren sollte, um den Freibetrag auszuschöpfen. In der Praxis erweist sich dies jedoch für Anleger mit langjährig besparten ETF-Depots als äusserst komplex und oft unpraktikabel. Das Hauptproblem ist das in Deutschland geltende FiFo-Prinzip („First In, First Out“).
Wenn Sie Anteile verkaufen, geht das Finanzamt davon aus, dass Sie immer die zuerst gekauften Anteile veräussern. Diese haben bei einem langfristigen Sparplan aber oft die höchsten Kursgewinne angesammelt. Ein kleiner Verkauf, um 1.000 € Gewinn zu realisieren, ist somit kaum präzise steuerbar. Es kann passieren, dass Sie mit dem Verkauf weniger Anteile bereits einen viel höheren Gewinn realisieren und den Freibetrag weit überschreiten, was sofortige Steuerzahlungen auslöst. Die gezielte „Ernte“ von Gewinnen wird dadurch zu einem komplexen Rechenspiel.
Die Situation wird durch thesaurierende (wiederanlegende) ETFs weiter verkompliziert. Hier greift seit 2018 die sogenannte Vorabpauschale. Dies ist eine fiktive, vorweggenommene Besteuerung zukünftiger Gewinne, die jährlich anfällt, auch wenn Sie keine Anteile verkaufen. Sie mindert zwar die spätere Steuerlast beim Verkauf, macht die Berechnung des tatsächlich zu versteuernden Gewinns und die Nutzung des Sparerpauschbetrags aber noch undurchsichtiger. Für viele Privatanleger ist eine exakte steuerliche Optimierung auf dieser Ebene ohne professionelle Software kaum noch zu bewältigen.
Auch hier zeigt sich der strukturelle Vorteil einer VV GmbH: Da Kapitalerträge ohnehin nur mit ca. 1,5 % besteuert werden, verliert die kleinteilige Optimierung des Sparerpauschbetrags an Bedeutung. Der Fokus verlagert sich von der Vermeidung kleiner Steuerbeträge hin zur strategischen, langfristigen und steuereffizienten Entwicklung des Gesamtvermögens.
Wie bauen Sie krisenfeste Rücklagen auf, ohne das Finanzamt zu stark zu belasten?
Jeder Unternehmer und Anleger weiss: Liquidität ist entscheidend. Krisenfeste Rücklagen sind das Fundament, um unvorhergesehene Ereignisse zu überstehen oder Marktchancen zu nutzen. Die Frage ist jedoch, wo diese Rücklagen am effizientesten geparkt werden. Lässt ein Unternehmer Gewinne in seiner operativen GmbH, unterliegen diese der vollen Besteuerung von ca. 30 % (Körperschaft- und Gewerbesteuer). Das Geld im Unternehmen zu „bunkern“ ist also steuerlich teuer.
Eine deutlich intelligentere Methode ist der Aufbau von Rücklagen in einer separaten vermögensverwaltenden GmbH. Gewinne können aus der operativen Gesellschaft ausgeschüttet und in die VV GmbH transferiert werden. Dort kann das Kapital dann investiert werden, beispielsweise in ein breit gestreutes Portfolio aus ETFs und Immobilien-ETFs. Der Clou: Kursgewinne werden, wie bereits erwähnt, nur minimal besteuert. Zudem können innerhalb der VV GmbH auch Direktimmobilien gehalten werden, deren Mieteinnahmen zwar regulär besteuert, aber deren Abschreibungen (AfA) voll genutzt werden können, um die Steuerlast zu senken.

Diese Struktur schafft eine klare Trennung zwischen dem operativen Risiko des Unternehmens und dem langfristigen Vermögensaufbau. Die Rücklagen sind in der VV GmbH vor einem potenziellen Scheitern des operativen Geschäfts geschützt und können sich steueroptimiert vermehren. Im Vergleich dazu ist das Halten von Rücklagen im Privatvermögen oft ineffizient: Zinserträge werden voll besteuert, und es gibt keine Möglichkeit, unternehmerische Kosten (wie Zinsen für einen Wertpapierkredit) steuerlich geltend zu machen.
Der Aufbau krisenfester Rücklagen ist somit keine reine Sparleistung, sondern eine Frage der intelligenten Strukturierung. Die VV GmbH agiert hier als eine Art persönliche Festung für Ihr Vermögen, die es vor übermässiger Besteuerung und unternehmerischen Risiken schützt.
Warum machen Sie mit dem Sparbuch Verlust, auch wenn es wieder Zinsen gibt?
Nach Jahren der Nullzinspolitik feiern viele die Rückkehr der Zinsen auf Spar- und Tagesgeldkonten. Doch der Schein trügt. Wer sein Geld auf einem Sparbuch parkt, macht in der Regel weiterhin einen realen Verlust. Der Grund dafür ist ein einfaches, aber oft ignoriertes Konzept: die Realzinsfalle. Der Realzins berechnet sich aus dem Nominalzins (was die Bank zahlt) abzüglich der Inflationsrate. Nur wenn der Zins höher ist als die Inflation, wächst Ihr Geld tatsächlich an Kaufkraft.
Die aktuelle Situation in Deutschland ist ein perfektes Beispiel für diese Falle. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes belegen, dass einer Inflationsrate von 2,4 % im Jahr 2024 stehen Sparzinsen von vielleicht 2-3 % gegenüber. Nach Abzug der Abgeltungsteuer auf die Zinserträge bleibt oft eine negative oder bestenfalls eine Nullrendite. Ihr Geld vermehrt sich also nicht, sondern verliert schleichend an Wert.
Die Auswirkungen sind dramatisch, besonders bei grösseren Summen. Stellen Sie sich vor, Sie halten eine Liquiditätsreserve von 500.000 €. Bei einer angenommenen negativen Realrendite von nur 2 % pro Jahr (z.B. 3 % Zinsen vs. 5 % Inflation) verlieren Sie innerhalb von fünf Jahren rund 48.000 € an Kaufkraft. Das entspricht dem Jahresgehalt eines gut qualifizierten Facharbeiters. Ihr Geld auf dem Konto wird also leise und unsichtbar enteignet. Das Sparbuch ist keine sichere Anlage, sondern ein Garant für Vermögensverlust.
Angesichts dieser Realität ist es zwingend notwendig, über Alternativen nachzudenken, die eine Rendite oberhalb der Inflationsrate versprechen. Sachwerte wie Aktien und Immobilien sind historisch gesehen die effektivsten Instrumente, um die Kaufkraft des eigenen Vermögens langfristig nicht nur zu erhalten, sondern zu steigern.
Das Wichtigste in Kürze
- Die strategische Entscheidung liegt nicht in der Wahl zwischen ETF und Immobilie, sondern in der optimalen steuerlichen Struktur (Privatvermögen vs. VV GmbH).
- Das „Deutschland-Klumpenrisiko“ ist eine reale Gefahr. Eine breite geografische und sektorale Diversifikation ist für den langfristigen Erfolg unerlässlich.
- Rebalancing ist im Privatvermögen durch die Abgeltungsteuer ineffizient. Eine VV GmbH ermöglicht quasi steuerfreie Umschichtungen und erhält die Rendite.
Wie schützen Sie Ihr Erspartes effektiv vor der schleichenden Entwertung?
Der effektivste Schutz vor der schleichenden Entwertung durch Inflation ist die Investition in produktive Sachwerte. Anders als Bargeld, dessen Wert von der Geldpolitik abhängt, besitzen Sachwerte einen inneren Wert. Aktien-ETFs repräsentieren Anteile an realen Unternehmen, die Produkte herstellen und Dienstleistungen verkaufen. Immobilien bieten Wohn- oder Gewerberaum. Beide Anlageklassen haben Mechanismen, um sich an die Inflation anzupassen: Unternehmen können ihre Preise erhöhen, Vermieter ihre Mieten.
Immobilien-AGs (REITs) sind hierbei eine besonders interessante Alternative, da sie die Vorteile von Aktien (Liquidität, geringe Einstiegshürden) und Immobilien (stabile Cashflows, Inflationsschutz) kombinieren. Sie schütten einen Grossteil ihrer Mieteinnahmen als Dividende aus, was für ein regelmässiges Einkommen sorgt. Laut Marktdaten zu REIT-Dividenden bieten REIT-ETFs oft Dividendenrenditen von 3-5 %, was deutlich über der Dividendenrendite eines globalen Aktien-ETFs (ca. 1,5-2 %) liegt.
Ein konkretes deutsches Beispiel ist Vonovia, Deutschlands grösster Wohnimmobilienkonzern. Das Unternehmen profitiert von stabilen Mieteinnahmen, die oft an die Inflation gekoppelt sind, und bietet Anlegern eine attraktive Dividendenrendite. Dies stellt eine greifbare Alternative zu den minimalen Zinsen von Sparformen dar. Die folgende Übersicht vergleicht verschiedene Strategien zum Inflationsschutz und zeigt ihre jeweiligen Vor- und Nachteile auf.
| Anlageklasse | Inflationsschutz | Liquidität | Mindestanlage | Steuerliche Behandlung |
|---|---|---|---|---|
| Direkte Immobilie | Sehr hoch | Sehr niedrig | >100.000€ | Nach 10 Jahren steuerfrei |
| Immobilien-ETF | Hoch | Sehr hoch | Ab 25€ | Abgeltungsteuer |
| Gold | Mittel | Hoch | Ab 50€ | Nach 1 Jahr steuerfrei |
| Aktien-ETF (World) | Hoch | Sehr hoch | Ab 25€ | Abgeltungsteuer |
Die Wahl zwischen ETF und Immobilie ist letztlich keine „Entweder-oder“-Frage. Eine intelligente Kombination beider Anlageklassen, gehalten in der richtigen steuerlichen Struktur, bietet den robustesten Schutz vor Inflation und den besten Hebel für langfristigen Vermögensaufbau. Der erste Schritt ist immer die Analyse der eigenen finanziellen Gesamtsituation und Ziele.
Die strategische Allokation Ihres Vermögens ist die wichtigste finanzielle Entscheidung, die Sie treffen werden. Um diese auf einer soliden, informierten Basis zu fällen, ist eine professionelle Analyse Ihrer individuellen Situation unerlässlich. Bewerten Sie jetzt die für Sie und Ihre Ziele am besten geeignete Anlagestruktur.